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AIF-ZIM Schlacke

Schlacke bezeichnet in der Metallurgie einen glasig oder kristallin erstarrten Schmelzrück-stand nichtmetallischer Art. Es handelt sich um ein Stoffgemisch, das sich aus verschiedenen Oxiden zusammensetzt.

Linz-Donawitz-Schlacke (LDS) entsteht bei der Herstellung von Stahl aus Roheisen. Beim Betrieb von z. B. drei Konvertern fallen pro Tag je nach Chargenanzahl ca. 65 - 80 Kübel Schlacke an (entspricht ~ 2.000 t). Die Firma Erich Friedrich Hüttenservice übernimmt die Schlacke aus dem Stahlwerk der Salzgitter AG und verarbeitet sie über mehrere Prozessschritte zu einem verwertbaren Baustoff. Die Schlacke muss auf „Reifelagern“ gelagert werden, um eine vollständige Abreaktion des vorliegenden Freikalks zu erreichen und somit die Verwertbarkeit der Schlacke zu erreichen.

LDS wurden bisher im Straßen-, Wege- und Gleisbau eingesetzt. Das Problem derzeitiger Aufbereitungsverfahren besteht darin, dass sie langwierig (mindestens 2 Jahre) sind und somit einen großen Platzbedarf (Deponieraum) haben. Ferner kommt es seit einigen Jahren trotz relativ homogener Stoffzusammensetzungen in schon eingebautem Zustand zu ungewollten partiellen Volumenzunahmen durch nachträgliche Hydratation. Dieses Phänomen verhindert aktuell die Weiterverwertung der Schlacke. Ab einer Volumen-zunahme von > 5 % darf die Schlacke nach DIN EN 1744-1 nicht mehr im Straßen- und Wegebau eingesetzt werden, da dies Schäden an Straßen und Bauwerken verursachen kann. Dies führt aktuell dazu, dass die LDS zum Großteil nur gelagert werden kann. Der vorhandene Deponieraum ist allerdings begrenzt.

Schlacke kann Natursteine in vielen Anwendungen sehr gut ersetzen. Um die Weiter-verwertung des größten Anteils der Schlacke fortzuführen und zu beschleunigen, muss aber ein neuartiges Aufbereitungsverfahren entwickelt werden, mit dem eine nachträgliche Volumenzunahme > 5 % verhindert werden kann.